Dienstag, 4. Dezember 2007

Chapter 2: Thailand - Khao Yai Nationalpark

Am Morgen des 30.11.07 um 8:45 Uhr verliesen wir mit dem Zug den schoenen Norden und somit Chiang Mai. Es ging in den Khao Yai Nationalpark. Jedoch sollte es eine lange und beschwerliche Reise werden. Regulaer: 12h bis Ayutthaya und noch mal 2h bis Pak Chong - ein kleines Dorf am Fusse des Parks. Die Zugfahrt ging durch eine malerische Natur, durch Taeler und ueber Berge, durch kleine laendliche Doerfer mit ihren Reis- und Mangofeldern. Besonders hier wurde einem bewusst, wie schoen der Norden doch ist.


Nach ca. 4h Fahrt, inmitten eines Waldes im Nirgendwo, stand ploetzlich ein Pickup auf den Gleisen und steckte fest. Voller Begeisterung ueber diese Situation stieg Norman aus und half dem Personal das Auto von den Gleisen zu bekommen. Allerdings, warum auch immer, streikte dananch unsere Lok. Nichts ging mehr. Personal kam, drueckte auf Knoepfe, bewegte Schalter, aber der Zug wollte einfach nicht. Mehr und mehr Personal kam und man fragte sich wo die auf einmal alle herkamen. Die Aktion dauerte etwa 2,5h. Das Problem war nicht behoben, niemand weiss weshalb, aber auf wundersame Weise... der Zug fuhr wieder. Hierdurch haben wir jedoch unseren Anschlusszug nach Pak Chong in Ayutthaya verpasst... eine Stunde warten. Der naechste Zug hatte natuerlich auch Verspaetung und somit erreichten wir nach ca. 16h Fahrt mit dem Special Express Zug (!!!!) um 1 Uhr in der Nacht Pak Chong. Wir holten unser Gaestehaus aus dem Bett, die uns dann zum Glueck total verschlafen abholten.

Wir sind in der Khao Yai Garden Lodge abgestiegen. Ein wirklich zu empfehlendes Guesthaus inmitten eines 15.000 m2 grossen sehr schoenen Gartens mit Pool und gemuetlichen Bungalows aller Preisklassen. Das Personal ist unheimlich freundlich und nett und die Guides sind einfach .... sau cool, crazy, locker, freundlich und absolut kompetent. Wir buchten die 1,5-Tagestour, die, wie sich herausstellen sollte, ein unvergessliches, grandioses Erlebnis werden sollte.


Los gings noch am selben Tag um 15 Uhr. Wir besuchten zu Beginn eine riesige mit vielen Gaengen durchzogene heilige Hoehle, in welcher ein Moench lebt. Sie war wirklich unheimlich gross und beeindruckend. Hier sahen wir Fledermaeuse und handgrosse Skorpionspinnen. Diese haben am Kopf die gleichen Scheren wie Skorpione, daher der Name. Unser Guide nannte sie "Harry" und rief immerzu "Harry, wo bist du? Komm raus Harry!" und schaute dabei in jede Ritze und hinter jeden Stein. Beeindruckend waren ebenfalls die ueber 1000 Jahre alten Stalaktiten, die ueberall von den Decken hingen. Danach ging es mit dem Safari-Jeep weiter zur Hauptattraktion, den Millionen von Fledermaeusen, die ihre Hoehle zum Fressen verliessen. Wir fuhren hierfuer zu einem steil abfallenden Berg, in welchem die riesige weit in den Berg reichende Hoehle ist. Kurze Zeit spaeter ging es auch schon los. Wie an einer Perlenkette und in der Bewegung einer Schlange kamen sie den Berg hinabgestuerzt. Unzaehlige Falken, Adler, Bussarde.... versuchten sie im Flug zu schnappen, wodurch man zahlreiche Luftkaempfe beobachten konnte. Knapp 1 Meter ueber unseren Koepfen jagden die Millionen kleinen Fledermaeuse dann an uns vorbei in Richtung Dschungel. Wir hatten noch nie zuvor so was beeindruckendes gesehen. Was fuer ein Naturspektakel!! Wir waren ca. 1,5h dort um dieses Ereignis zu bestaunen. Als wir gingen dauerte der Strom an Fledermaeusen immer noch an. Den Abend verbrachten wir mit viel Bier und einem indischen Englaender namens Taran. Wir haben viel gelacht und ihn wirklich ins Herz geschlossen. Taran ist ein super Typ und wir werden sicher noch viel von ihm hoeren.


Am naechten Morgen ging es, nicht ganz fit, um 8.30 Uhr in den Park und somit in den Dschungel. Wir wissen nicht wie, aber aus dem Nichts heraus hielten wir immer wieder an, weil unser Guide Tiere gesehen hat. Wir sahen lediglich eine gruene aber sehr beeindruckende Wand aus Pflanzen. Inmitten dessen sass z.B. gut getarnt auf einem Baum ein Leguan - ein richtig dickes Ding. Wie man den jedoch sehen konnte.... unerklaerlich! Zudem sahen wir u.a. farbenfrohe und gewaltige Hornschnabel-Voegel. Ein besonderes Vergnuegen war es, als wir die Laute von Gibbons hoerten. Wir hielten an und stuerzten uns in den Dschungel. Leise und bedackt jagte unser Guide hinter den Geraeuschen her und da waren sie... weisse und schwarze Gibbons. Mit ihren langen Armen und dem langen Schwanz baumelten sie in den Baeumen, schwangen sich von Ast zu Ast und gaben immer wieder die, im gesamten Dschungel hoerbaren Geraeusche von sich. Einfach grandios!



Danach ging es auf Trekking-Tour durch den Dschungel. Unglaublich dieser Artenreichtum ... Straeucher, Farne, Buesche, Baeume etc. und Tiere... Riesige Baeume mit breitem Wurzelwerk von welchen oberschenkel-dicke Lianen hingen. Man kann dieses Abenteuer schwer in Worte fassen, wie beeindruckend schoen die Natur sein kann. Unser Guide zeigte uns auch unzaehlige Pflanzen, die fuer die verschiedensten Zwecke genutzt werden, z.B. Tigerbalsam, Sandelholz...

Die Tour dauerte ca. 3h. Wir sahen unter anderem eine verrueckte laut kreischende Affenbande hoch oben auf den Baeumen, handgrosse Schmetterlinge in allen Farben, unzaehlige Vogelarten, Leguane, Echsen, Wild und weitere Gibbons.



Nach dem Essen besuchten wir den wunderschoenen Wasserfall, in dem sich Leonardo di Caprio in The Beach hinunterstuertzte. Wenn das Wasser nicht so SAUKALT gewesen waere, haette man auch daran schwimmen koennen. In diesem Flussverlauf leben auch Krokodile, die wir leider nicht gesehen haben (vielleicht auch Gott sei Dank!?!).



Weiter ging es zum Elefanten- und Tigergebiet. Jedoch hatten wir auch hier kein Glueck. Es war Wochenende und einfach zu viel los so dass sich die Tiere tief in den Wald zurueckzogen. Aber dafuer haben wir eine ca. 5m lange, mit weit aufgerissenem Maul, gut getarnt im Gebuesch liegende Phyton gesehen. Sie war sauer, weil wir sie gestoert haben. Sie hatte Hunger und wollte eigentlich auf die Jagd. In freier Wildbahn so eine Schlange - der Wahnsinn. Ebenso sahen wir eine gruene und hochgiftige Viper. Der Guide bat Norman immer wieder nicht so nah ran zu gehen, aber sie war einfach zu schoen und er wollte das perfekte Bild;-)


Insgesamt war dieser Tag einfach unvergesslich, mit vielen Eindruecken und Erlebnissen. Es zeigte uns wie vielfaeltig und schoen die Natur ist und dass es sich lohnt, diese zu erhalten und zu schuetzen.

Am darauffolgenden Tag ging es wieder mal zurueck nach Bangkok. Hier organisierten wir uns die Weiterreise nach Ko Tao und heute abend um 20 Uhr geht es los.

2 Kommentare:

JohnPulp hat gesagt…

Wow,

bin neidisch. Coole Pics und sehr nett geschrieben. Also weiter so!!!!!!!!!!!!!!!

Beste Grüße auf dem kalten Deutschland

Dominik

PS: Für gute Bilder finde ich es gerechtfertigt sein Leben zu riskieren!!!!!!!!! Die Schlange ist heftig! Wenn Möglich mach doch noch ein Foto von einem Tigerjungen (am Besten mit Mutter!!!!! : ).

Anonym hat gesagt…

Hallo ihr zwei,
bitte weiter so schön viel schreiben. Macht so richtig Spaß zu lesen - auf dass ihr weiter so viel Spaß habt! Viele Grüße aus dem Badischen.
Stefanie und Dirk