Was fuer ein herrlicher Morgen. Man geniesst einen frisch zubereiteten Kaffee und betrachtet all die lustigen Kangaroos, wie sie schlaefrig in unmittelbarer Naehe faul herum liegen und hin und wieder auf einen Blick ihren Kopf heben. Wir wanderten schliesslich noch fuer einige Zeit im Nationalpark umher bevor wir nach Port Macquarie aufbrachen. Hier blieben wir fuer eine Nacht wobei wir am bisher schoensten "freien" Spot die Nacht verbrachten. Wir parkten unmittelbar an einem schoenen langen Sandstrand und schliefen mit dem herrlichen Rauschen des Meeres ein.
Am naechsten Morgen suchten wir die Fordwerkstatt auf, da unser Wagen einige Macken hat und einfach nicht anspringen moechte...wer weiss warum??
Dem Wetter sollten wir eigentlich ein eigenes Kapitel schenken, so fuerchterlich wie es ist. Es regnet und regnet und regnet... Aus diesem Grund, wie bereits erwaehnt, mussten wir unseren geplanten Weg entlang der Kueste vorbei an Coffs Harbour (Hey Banane, ich haette gern, das zu deinen Ehren errichtete Monument gesehen, aber... der Regen...), Baron Bay vorbei an Brisbane bis nach Redcliff aendern, da die Strassen zum Teil gesperrt sind weil weite Gegenden ueberflutet sind. Der Weg fuehrte uns daher ueber das New England Plateau, ein bis zu 1400m hohes Plateau, welches ca. 50 km westlich der Kueste verlaeuft und sich bis nach Queensland erstreckt. Dieses ist gleichzeitig ein Teil der sog. Great Diving Range, das den Kuestenstreifen vom Outback trennt.
Der Weg hinauf zum Plateau fuehrte uns an einigen Wasserfaellen vorbei, die wir natuerlich besichtigten. Oben angekommen besuchten wir den Dorrigo NP, der auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes steht, da er Bestaende des subtropischen kuehlgemaessigten aber vor allem des nur noch selten vorkommenen warmgemaessigten Regenwaldes umfasst. In diesem wanderten wir fuer ca. 3 Std. was einfach unglaublich beeindruckend war. Ich glaube, wir haben noch nie ein solch sattes gruen und eine solch ueppige Vegetation gesehen. Hier haben wir sogar wilde Wollombies, eine Unterart der Kangaroos sowie zahlreiche Echsen gesehen. Weiter ging es nach Armidale, einer Universitaetsstadt in welcher wir auch uebernachteten.
Am naechsten Morgen, was sollen wir sagen... es regnete mal wieder... brachen wir auf unsere grosse Reise nach Redcliff auf. Der Weg fuehrte vorbei an Glen Innes - Tenterfield - Warwick und Brisbane. Insgesamt fuhren wir ca. 600 km - alles nur um dem Regen auszuweichen. Als wir ankamen regnete es!!!
In Tenterfield besuchten wir ein keltisches Monument, welches Aehnlichkeit mit Stonehenge hat. 24 Steine simbolisieren jede Stunde des Tages. Weitere Steine die vier Himmelsrichtungen und weitere die Winter- und Sommersonnenwende. Die Gegend um Warwick ist besonders durch die Fels- und Steinformationen faszinierend. Hier wollten wir auch einen heiligen Ort der Aborigines besuchen. Ein 715m langer und 213m hoher Granitmonolith - der groesste in Australien. Jedoch haette dies einen 4 stuendigen beschwerlichen Marsch durch die Buschlandschaft bedeutet - wohlgemerkt bei starkem Regen. Wir entschieden uns daher dagegen und fuhren weiter. Zurueck zum Highway waehlten wir eine Abkuerzung, welche ueber unbefestigte Strassen fuehrte. So ziemlich am Ende der mit Schlagloechern uebersaehten Strasse lag ein riesiger Eukalyptusbaum inmitten des Weges. Waere nicht ein anderes Auto gekommen und wir haetten mit vereinten Kraeften einen schmalen Weg freigeraeumt, wir haetten all den langen Weg zurueck gemusst.
In Brisbane haben wir dann eine Express-Auto-Sightseeingtour gemacht. Nach Sydney hatten wir einfach keinen Bock auf eine Millionenstadt mit dem Auto. Zudem ... nun ja... was sollen wir im Regen durch Brisbane laufen.
Am naechsten Morgen - es regnete immer noch - standen wir Punkt 9 Uhr nach NSW-Zeit vor dem Visitor Center in Redcliff, um Informationen einzuholen. Keine Menschenseele. Ratlosigkeit. Dann die Erkenntniss: Queensland ist eine Stunde hinter NSW. So ein Mist. Also ab zum Cleening Park Auto putzen. Es hatte es noetig. Und was sollen wir sagen... es regnetet immer noch und sollte den ganzen Tag ueber noch die meiste Zeit regnen. Die Rettung fuer unsere angespannten Nerven war das aeltere Ehepaar namens Theo & Thea aus dem Visitor Center. Sie versorgten uns nicht nur mit unzaehligen Infos ... Nein... Sie luden uns auch auf ein ueppiges, gutes, warmes Essen, Internet und eine heisse Dusche zu sich nach Hause ein. Wir glauben sie sahen die Verzweiflung in unseren Augen und wollten uns was gutes tun. Wir verbrachten den Nachmittag bei ihnen und sie waren einfach unglaublich nett und gastfreundlich. Sie tischten ein riesiges Essen auf und gaben uns auch noch ein ueppiges Abendessen mit auf den Weg. Wir kamen und schon recht merkwuerdig und verlegen vor, aber sie freuten sich ungemein, dass wir zu ihnen gekommen sind und gaben uns daher das Gefuehl, dass dies voellig ok ist. Wir tauschten noch unsere Adressen aus, sie gaben uns noch ihre Telefonnummer - im Notfall anrufen und sie sind zur Stelle - und wir fuhren am fruehen Abend weiter zur Sunshine Coast. Und wie der Name schon verspricht... es war herrlich ;-) aber seht selbst...
Bei Sturm, Wind und Regen uebernachteten wir wieder auf einem Parkplatz. Einziger Trost: das gute Essen von Theo & Thea.
Am naechsten Morgen, dem 10.01.08 ging es weiter nach Bundaberg. Die Sunshine Coast war einfach zu schoen, so dass wir regelrecht gehen mussten;-)
In Bundaberg, bzw. am Mon Repos Beach, haben wir am Abend ein Schildkroeten Conservation Center besucht. An dieseem 1.5km langen Strandabschnitt legen Jahr fuer Jahr von Nov. bis Maerz zahlreiche Wasserschildkroeten ihre Eier ab. Aus diesem Grund ist dieser Strandabschnitt geschuetzt und wurde in ein Conservation Center umgewandelt. An diesem Naturereignis wollten wir natuerlich teilhaben und gingen nach Einbruch der Dunkelheit unter Fuehrung eines Guides zum Strand. Ein unbeschreibliches und einmaliges Erlebnis. Wir waren fasziniert und zutiefst beeindruckt. Bevor wir eine Schildkroete bei der Eiablage beobachten durften, konnten wir zum einen zuschauen, wie eine wiedergenesene Schildkroete wieder in die Freiheit entlassen wurde und zum anderen wie eine Baby-Schildkroete den langen Weg zum Meer ueberwand um dann nach ca. 30 Jahren hoffentlich wieder zurueck zu kehren um selbst Eier abzulegen. Ein ergreifendes Erlebnis. (Heike: du haettest es sehen sollen, du waerst gestorben vor Glueck!)
Zum Glueck gibt es Ereignisse wie diese, die uns die vielen Regentage versuessen.
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