Freitag, 18. Januar 2008

Chapter 3: Australien - Ueberlandfahrt

Gut gelaunt wachten wir am Morgen des 11.01.08 auf unserem Zeltplatz in Bundaberg auf. Der Himmel schimmerte in allen nur erdenklichen Grautoenen wie wir sie schon lange nicht mehr gesehen hatten;-) Aber egal... es war ein guter Morgen. Befluegelt von dem gestrigen Erlebten packten wir unsere sieben Sachen und brachen auf die ca. 300km lange Reise nach Rockhampton, der Rinderhauptstadt Australiens auf... und oh ja, das ist sie. Im Umkreis von ca. 100km aehnelt sich die Landschaft der gleichen - eine einzige riesige Weidenlandschaft mit Rindern soweit das Auge reicht.
Da wir nicht schon wieder Geld fuer einen Zeltplatz ausgeben wollten, fuhren wir, in Rockhampton angekommen, gleich weiter zu den ca. 30km entfernten Straenden. Eigentlich wollten wir es uns dort erstmal so richtig gemuetlich machen und entspannt etwas essen. Aber wie sollte es auch anders sein... es regnete. Und es sollte nicht nur ein Regen sein, NEIN, es sollte fuer Australien typisch gleich ein Weltuntergangsinferno sein. Also weg vom Strand und ab zum Visitorcenter, dass etwas geschuetzter lag und zum Teil ueberdacht war. Waehrend Samira im Auto das Essen vorbereitete, stand ich halb im Regen und kochte Nudeln. Total durchnaesst hatten wir anschliessend unser Candlelight-Dinner im Auto mit Pasta und Tomatensauce - Romantik pur! Auf dem Parkplatz blieben und schliefen wir.


Am naechsten morgen - es regnete mal nicht - fuhren wir entlang der Straende, machten einen Spaziergang, wollten eine Krokodilfarm besuchen, zu teuer, egal, also weiter, zurueck nach, wie die Aussis sagen, Rocky. Sightseeingtour... Hier sahen wir die ersten architektonisch wirklich sehenswerten Haeuser von den Anfaengen der australischen Besiedelung. Jedoch eine Altstadt... Fehlanzeige. Im Grunde koennen all die Staedte an der Ostkueste nix, denn sie haben keinen Charakter, keine Architektur, daher keinen Flair - ausgenommen Sydney.
Hier besuchten wir auch einen wirklich sehenswerten, riesigen botanischen Garten. Er war in verschiedene Themen (japan. Garten, Fruechtegarten, ...) eingeteilt und sehr schoen. Aber das beste, das allerallerbeste daran war ... und jetzt haltet euch fest ... sahen wir zum ersten mal seit wir wissen nicht mehr wie viele Tage, Wochen, Monate ... die SONNE... ganz leicht, etwas schuechtern kitzelte sie unsere Haut. Es war herrlich, wie haben wir sie vermisst. Am Abend sind wir dann noch zu einem Irish Pub gegangen. Wenn man schon in der Rinderhauptstadt ist muss man auch ein dickes saftiges Rindersteak essen. Fuer 10 Dollar (ca. 6 Euro) ein 300g Steak mit Pommes und Salat, dazu ein Guiness... der Tag war perfekt. Wir blieben noch ein Stueck, denn es spielte noch eine Band. Schnell wurde aus dem Pub ein Tanzlokal, jedoch eine Tanzkultur oder Rhythmus im Blut, wie man so schoen sagt, haben die Aussis nicht so wirklich. Wir amysierten uns praechtig! Es war so eine Mischung aus Roboter-Tanz und Hardcore Technogezappel ... und das auf Countrymusic. Es war herrlich anzusehen. Nach ein paar Bier wurde es gleich noch lustiger.


Ein wenig verkatert brachen wir am naechsten Morgen des 13.01.08 auf die ca. 400km lange Reise nach Mackay auf. Es sollte nur ein Zwischenstop sein, bevor es dann am naechsten Tag nach Arlie Beach, dem Tor zu den Whitsunday Islands gehen sollte. Der Plan war perfekt - doch der Regen, immer wieder dieser Regen. Alle Zu- und Ausgaenge von und nach Arlie Beach waren ueberflutet, daher geschlossen, selbst der Highway weiter nach Norden war gesperrt. Wir steckten also fest. Zwei Tage bei Dauerregen. Die 4 qm, in denen wir wohnten, wurden von Stunde zu Stunde kleiner, bedrueckender und nerviger. Der einzige Lichtblick war in einer kleinen Regenpause unser Spaziergang ueber den aufgrund der Ebbe sich staendig vergroessernden Sandstrand. Es war ein faszinierendes Erlebnis mit zahlreichen Krabben und Krebsen.


Um 7 Uhr morgens des 15.01.08 war der Highway nach Norden noch geschlossen, um 9 Uhr wurde er geoeffnet. Arlie Beach stand jedoch immer noch unter Wasser, d.h. adjeu Whitsunday Islands, die schoensten Straende Australiens, adjeu einem DER Highlights unserer Australienreise und ab nach Townsville, ca. 450km ... so lange es noch geht. Und wir hatten Glueck. Selbst wir mussten teilweise noch durch 20cm tiefes Wasser fahren, manch andere sind regelrecht abgesoffen. Die Landschaft stand tatsaechlich total unter Wasser. Lediglich eine Strasse in die Stadt war befahrbar und selbst diese nur einspurig.



Townsville liegt direkt am Meer mit Blick auf Magnetic Islands, die wir ebenfalls nicht besuchen konnten, da der Faehrbetrieb eingestellt war. Wir fuhren zu einem Park direkt am Meer zu einer schoenen Lagune in der wir schwimmen konnten. Ab in die Badesachen und endlich mal baden. Aufgrund der hochgiftige Quallen ist das Baden im Meer von ca. Dezember bis Februar nicht moeglich. Noch so eine miese Geschichte... hatten ja nicht schon genug Pech. Auf dem Parkplatz im Park, in dem wir auch schlafen wollten, trafen wir noch zwei Campervans, beide deutsch. Wir richteten uns gemuetlich auf dem Parkplatz ein, sassen zusammen, assen, tranken Bier und es haette ein netter Abend werden koennen. Wenn da nicht die Ranger gewesen waeren, die wohl etwas dagegen hatten, dass wir hier schlafen wollten. Somit wurden wir zum ersten mal von unserem Schlafplatz vertrieben. Wir fuhren in einer Kolonne auf einen Truckstop auf dem Highway und naechtigten dort. Es wurde dennoch ein lustiger Abend.



Am naechsten Morgen machten wir uns die ca. 350km lange Reise nach Cairns, unserer letzten Station. Das Wetter war bombastisch und die Natur herrlich. Wir sind in den Tropen angekommen. Die Strecke ist mehr als reizvoll und daher absolut eine Reise wert. Sie fuehrt durch dichten tropischen Regenwald, ueber Huegel und durch Taeler und ist daher wunderschoen. Wir erreichten schliesslich am fruehen Abend Cairns.


@ Michi: Die riesen Banane haben wir zwar verpasst, aber als Entschaedigung bekommst du hier die groesste Mango der Welt ;-)



@ Angelika: Freut mich, dich in unserem Blog begruessen zu koennen. Viel Spass beim Lesen!

1 Kommentar:

Schustaa hat gesagt…

hola senor!
du hast dir die banane entgehen lassen??? wirst schon sehen was du davon hast!

bin hier mit euch! also net nachlassen mit dem schreiben!

no worries mate!