Samstag, 2. Februar 2008

Chapter 4: Neuseeland - Der Mt. Cook NP

Der Mt. Cook oder auch der Aoraki (der die Wolken durchbohrt) wie ihn die Maori nennen ist der hoechste Berg Neuseelands. Er ist 3.755m hoch und in mitten eines 700qkm grossen NP gelegen. Insgesamt sind hier 22 der 27 Dreitausender Neuseelands zu finden. Mehr als 1/3 des Gebietes ist dauerhaft von Schnee und Gletschereis bedeckt.


Bereits der Weg zum NP war einfach zauberhaft, eine wirklich maerchenhafte und wunderschoene Landschaft. Gesaeumt natuerlich von unzaehligen Schafen. Ca. 100km vor den Tueren zum NP kamen wir am Lake Tekapo vorbei, ein malerischer See, der durch sein tuerkisfarbenes Wasser, welches von Huegeln und schneebedeckten Bergen im Hintergrund eingerahmt wird, begeistert. Hier legten wir eine kleine Pause ein - ein regelrechtes Muss, denn die Aussicht ist so schoen.


Vor des Toren des NP erreichten wir schliesslich den Lake Pukaki. Neben dem intensiv blau schimmernden Wasser begeistert dieser See vor allem durch die Postkartenansicht auf den Mt. Cook und die umliegenden schneebedeckten Berge. Ein unbeschreiblicher Anblick. Bei einem ausgedehnten Picknick am Ufer des Sees und herrlichem Sonnenschein liessen wir diese Schoenheit auf uns wirken bevor es dann schliesslich zum gleichnamigen Dorf Mt. Cook ging, dem Ausgangspunkt fuer zahlreiche Tracks.


Der Campingplatz (ca. 1000m ueber Null), ein wenig ausserhalb des Dorfs war einfach genial: auf das wenigste reduziert (keine Duschen) aber inmitten einer grandiosen Natur, umgeben von Bergen. Zur einen Seite hin oeffnet sich das ausgedehnte Tal durch welches ein Gletscherbach fliesst, zur anderen Seite erheben sich die pompoesen Berge mit ihren gletscherbedeckten Flanken. Wir suchten uns einen Platz auf der Wiese, schlugen unser Zelt auf und genossen den Anblick.



Sobald die Sonne hinter den hohen Bergen verschwand wurde es bitter kalt. Fuer die Nacht packten wir uns mehr als nur ein. Wir sahen aus wie Marshmallows. Dazu unser Schlafsack und die zusaetzlichen Decken. Es war eisig. Die Nachtruhe dauerte auch nicht lang, da waren schon die frechen Keas zur Stelle und machten sich ueber unser Zelt her. Wir mussten sie mehrmals vertreiben, bis sie sich endlich entschieden, ein anderes Auto auseinander zu nehmen. Eine wirklich freche Bande, aber ungemein lustig. Am naechten Morgen, es muss so gegen 5 Uhr gewesen sein, wachte ich durch ein Rauschen auf. Aus dem Rausch wurde schnell ein lautes Grollen und endete schliesslich in einem gewaltigen Einschlag. Eine Eislawine war den Berg hinabgestuerzt. Wir sollten noch unzaehlige Male die Gelgenheit bekommen, dieses Ereignis zu hoeren und sogar zu beobachten. Kurz darauf war die Nachtruhe auch schon gaenzlich vorbei. Eine ganze Horde Keas machte sich ueber unser Zelt her und liessen sich auch nicht mehr bis zum Morgengrauen vertreiben.



Nach einem starken Kaffee und Toast starteten wir unseren ersten Track. Es ging den Hooker Valley Track hinauf zum Hooker Gletscher. Der Weg (ca. 4 h hin und zurueck) fuehrte ueber mehrere Haengebruecken, Holz- und Trampelpfade, durch das Tal mit staendigem Blick auf den Mt. Cook. Ein grandioser Walk durch eine malerische Landschaft mit Blick auf die schnee- und eisbedeckten Berge. Unittelbar vor der Gletscherzunge hat sich ein See gebildet, in welchem Stuecke des Gelschers schwammen. Leider ist die Schoenheit des Gletschers durch Geroell und Dreck verhuellt, aber dennoch ein unbeschreibliches Erlebnis.


Zurueck am Campingplatz haben wir uns erstmal durch ein ueppiges Mittagessen gestaerkt. Danach machten wir uns auf den zweiten Track, den Sealy Tarns Track. Dieser sollte nochmals ca. 4h in Anspruch nehmen, jedoch um ein vielfaches anstrengender werden. Es ging hinauf auf die Sealy Range, ein 1.768m hoher Gebirgsruecken. Die Steigung war unglaublich, teils ging es steil gerade bergauf, teils in Serpentinen auf schmalen Trampelpfaden ueber Stock und Stein unmittelbar am Abgrund. Es war fantastisch. Mit jedem Hoehenmeter, den man hinter sich brachte, wurde die Aussicht auf das Tal, die umliegenden Berge und Gletscher, gigantischer. Ehrlich gesagt, mussten wir viele Pausen einlegen, denn die Sonne brannte erbitterlich und es war wirklich ein beschwerlicher und steiler Weg... das Wasser lief also in Stroemen! Oben angekommen, offenbarte sich uns einer der grossartigsten Anblicke, die wir je gesehen haben. Hier lernt man die Berge lieben. Es ist ein unglaublicher Platz der Freiheit und des Friedens... Die Aussicht auf das Tal, den Mt. Cook und die umliegenden Berge, einfach unbeschreiblich schoen. Wir haetten stundenlang bleiben und uns in diesen Blicken verlieren koennen. Jedoch stand uns noch ein 1,5 stuendiger Abstieg bevor, der im Dunkeln nicht empfehlenswert ist.


Die folgende Nacht bescherte uns noch ein atemberaubender Sternenhimmel. Es muessen abermillionen, wie Diamanten funkelnde Sterne gewesen sein. Wir liessen diesen Anblick mit einem Glas Wein auf uns wirken bevor wir erschoepft zu Bett gingen und diesen perfekten Tag beendeten.

Mit einem wirklich traenenden Auge verliessen wir am darauffolgenden Tag den Mt. Cook. Mit einem 1-Tages-Zwischenstop in Alexandra erreichten wir schliesslich am 01.02.08 Dunedin.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo ihr zwei,
so schön die Bilder von Bergen und Gletscher! das gefällt mir! Weiterhin viel Spaß in Neuseeland! viele Grüße Stefanie und Dirk